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Georgische Süßigkeiten: Churchkhela, Tklapi & Gozinaki – Die süße Seele Georgiens

Georgische Süßigkeiten: Churchkhela, Tklapi & Gozinaki – Die süße Seele Georgiens — GTP Blog

Churchkhela – der georgische Snickers

Es gibt Dinge, die man einmal gesehen hat und nicht mehr vergisst. Wer zum ersten Mal auf einen georgischen Markt kommt, erkennt Churchkhela vielleicht nicht sofort – ein erster Blick lässt eher an Kerzen oder unförmige Würste denken, nicht an eine hängende Masse aus Nüssen. Aber genau das ist Churchkhela: Walnüsse oder Haselnüsse, auf einen Faden gezogen, wieder und wieder in dickflüssigen, mit Mehl angereichertem Traubenmost getaucht, und dann tagelang zum Trocknen aufgehängt.

Das Ergebnis ist eine kerzenförmige, feste Süßigkeit mit einer einzigartigen Textur – außen leicht trocken und wachsartig, innen weich und nussig.

Die traditionelle Herstellung von Churchkhela in der Region Kachetien wurde 2015 in die Liste des Immateriellen Kulturerbes Georgiens aufgenommen. Das ist kein Zufall: Kachetien ist Georgiens wichtigste Weinregion, und Churchkhela ist ein direktes Kind des Weinbaus – sie entstand aus dem, was nach der Weinlese übrig bleibt.

Wo kaufen:  Am besten in Geschäft ,,Badagi“, alle Märkte in Kachetien, Touristenläden in der Altstadt – aber am besten direkt beim Produzenten auf dem Dorfmarkt in Sighnaghi oder Telavi. Mann muss auch gute Churchxela finden.

 

Tklapi – das georgische Fruchtleder

Tklapi sieht aus wie ein dünnes, getrocknetes Blatt – und ist in Wirklichkeit ein kulinarisches Meisterwerk der Konservierung. Es wird aus einer Vielzahl von Früchten hergestellt: wilde Pflaumen, Birnen, Maulbeeren, Feigen, Äpfel, Kirschen. Die Früchte werden gekocht und zu einem Brei püriert, der dann hauchdünn auf Holzbretter gestrichen und in der Sonne getrocknet wird.

Der Geschmack ist für westliche Gaumen ungewohnt – intensiv sauer, fruchtig, konzentriert. Aber wer einmal angebissen hat, hört nicht mehr auf.

Gozinaki – Honig und Nüsse zum Fest

Gozinaki ist eine knusprige Süßigkeit aus karamellisierten Nüssen – Walnüsse, Mandeln, Haselnüsse – in Honig geröstet und traditionell in Rautenform geschnitten. Optisch erinnert es an Nougat oder Krokant, ist aber reiner, natürlicher, tiefer im Geschmack.

Gozinaki wird in Georgien ausschließlich am Vorabend des georgischen Neujahrstags sowie zum georgischen Weihnachtsfest am 7. Januar zubereitet. Es ist eine der wenigen Süßigkeiten, die bewusst an ein Fest gebunden geblieben sind – kein Supermarktregal, kein Touristenladen, sondern die Küche der Großmutter, der Geruch von heißem Honig, das Knistern der auskristallisierten Nüsse.

Wer zur richtigen Zeit in Georgien ist – rund um den 31. Dezember oder den 7. Januar – wird Gozinaki in jedem Haushalt finden. Wer Pech hat, muss auf den nächsten Winter warten. Oder einen georgischen Freund fragen, ob er noch welche hat.

Nazuki – das süße Brot von Mtskheta

Mtskheta– der alten Hauptstadt Georgiens und UNESCO-Welterbe. Wer dort hält, riecht es schon von weitem: Nazuki. Ein süßes, weiches Brot, gewürzt mit Zimt, Nelken und Kardamom, mit Rosinen und Walnüssen durchsetzt, aus dem traditionellen Ton-Ofen (Tone) frisch gebacken.

Nazuki ist kein Dessert im klassischen Sinne – es ist ein Brot, das süß ist. Es passt zum Frühstück, zum Tee, zur Wanderung. Die Bäcker von Mtskheta stehen oft direkt an der Straße und verkaufen es ofenwarm.

Chiri – Getrocknete Früchte als Kunstform

Georgien trocknet seit Jahrhunderten Früchte – nicht als Notlösung, sondern als Tradition. Chiri bezeichnet getrocknete Früchte, die auf Schnüre gezogen und in langen Girlanden aufgehängt werden: Feigen, Pflaumen, Äpfel, Birnen, Datteln, Pfirsiche – je nach Region und Jahreszeit. Man sieht sie auf jedem georgischen Markt, hängend wie Perlenketten zwischen den Churchkhela-Schnüren.

Aber Chiri ist mehr als Deko. Es ist das älteste georgische Fast Food. Süß, konzentriert, lange haltbar – auf Reisen, im Winter, bei der Arbeit im Feld. Georgische Großmütter hängen Chiri jeden Herbst auf dem Balkon auf, wenn die Ernte eingebracht ist. Zwei bis drei Wochen später ist die Frucht trocken, süß und fertig für den Winter.

Besonders beliebt: Chiri aus Feigen – außen leicht klebrig, innen weich und honigig. Und Chiri aus Pflaumen – dunkel, intensiv, mit einer feinen Säure, die an Tklapi erinnert, aber fester und bißfester ist.

 

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